Auftakt Schule Finowfurt

Zu Beginn des Tages schauten sich die Kinder voller Neugier die vorher bereitgelegten Naturmaterialien an – vorbereitet waren ein Wildscheinunterkiefer, ein Rehbockschädel und ein Hirschgeweih. Einige Kinder schmiedeten vor Begeisterung sofort Suchaktionspläne. Natürlich ist das persönliche Sammeln solcher Gegenstände nicht ohne Weiteres möglich, eine solche Aktion sollte immer mit dem zuständigen Förster oder Waldbesitzer abgestimmt werden.
Zur Einstimmung auf die Wanderung setzte sich die Klasse kurz mit den (einheimischen) Tieren unsere Waldes auseinander und übte gemeinsam den sogenannten „Fuchsgang“. Die Idee des „Fuchsgangs“ ist es, sich möglichst unauffällig und leise durch den Wald zu bewegen, um nicht so schnell gesehen zu werden und andere Lebewesen aufzuschrecken oder zu stören. Dann ging es auch schon los, und die Wanderung führte die Gruppe nach gut 25 regennassen Minuten zum Ziel.
Angekommen unter einer majestätischen alten Eiche ermunterte Maike die Kinder, gemeinsam viele verschiedene Vogelstimmen zu erlauschen und diese gemeinsam zu bestimmen. Die Kinder erkannten bereits viele Stimmen und waren mit Freude bei der Sache. Das konzentrierte Lauschen der Vogelstimmen brachte die Kinder ins Hier und Jetzt – und verband sie damit ganz natürlich und selbstverständlich mit ihrer Umgebung.
Nach einem stärkenden Frühstück und etwas Zeit zum Erkunden der Umgebung wurde das „Spechtspiel“ gespielt. Hier wird die Bewegungsfreude mit dem Wald verbunden. Dabei werden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt und es versuchen einige wenige Kinder (Spechte) die restlichen Kinder (Spechtnahrung – Insekten, Würmer, Spinnen, Larven, etc.) zu fangen. Alle hatten viel Freude und der leichte Ärger über den Regen war dabei schnell vergessen. Die Kinder waren teilweise etwas aus der Puste, und so näherte sich die Gruppe den Bäumen mit dem Spiel „Mein Baum“ etwas ruhiger an. Bei diesem Spiel teilen sich die Kinder in Zweiergruppen auf. Ein Kind verbindet sich die Augen und das andere führt es an einen Baum, dass es nun so weit wir möglich mit allen Sinnen, außer dem Sehsinn, erkunden kann. Dabei wird eine ganz andere Art der Verbindung zu den Bäumen aufgebaut und eine neue Wahrnehmung dieser großen Wesen erlernt. Es schult ganz nebenbei den kinästhetischen Sinn, und auch der Geruchsinn wird stärker mit angesprochen. Auch lernen die Kinder, einem anderen Menschen die Führung anzuvertrauen und sich führen zu lassen bzw. auch beim Wechsel später andersherum, die Verantwortung zu übernehmen, einen anderen Menschen zu führen.
Die Zeit verging wie im Fluge und trotz des weiter fallenden Regens und der immer stärkeren Durchnässung der Klamotten ging es frohen Mutes zurück zur Schule, wo die gemachten Erfahrungen noch gemeinsam reflektiert wurden.
Die Verbindung mit der Natur, das konzentrierte Gehen als auch Lauschen, in Abwechslung mit Bewegungsspielen hatte den Kindern viel Freude bereitet – und sogar das Erleben eines ganzen Vormittages im Regen stellte für viele Kinde eine neue, spannende Lebenserfahrung dar.

Text: Florian Schenk